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Kultursensibles Handeln in der Medizin 20. März 2019  |  Die MHH im Gespräch

Die medizinische Behandlung von Menschen aus einem anderen Kulturkreis, möglicherweise mit bescheidenen Deutschkenntnissen, ist eine besondere Herausforderung. Hilfestellungen zu einem vorurteilsfreien Umgang gibt Frau PD Dr. Graef-Calliess im nächsten "MHH im Gespräch" am 20. März 2019.

Frau PD Dr. Iris Tatjana Graef-Calliess

Menschen zu behandeln, die krank sind, ist immer eine Herausforderung – stammen die Patienten aber auch noch aus einem anderen Kulturkreis und sprechen schlecht oder gar kein Deutsch, wird die Sache richtig schwierig. Mit diesem aktuellen, auch gesellschaftspolitisch brisanten Thema beschäftigt sich der Vortrag von Frau PD Dr. Iris Tatjana Graef-Calliess, Chefärztin der Klinik für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie, KRH Psychiatrie Wunstorf, und Mitglied des Leitungsteams der AG Soziale und Transkulturelle Psychiatrie & Psychotherapie an der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der MHH. 

Die ausgewiesene Expertin steht gleichermaßen für die Forschung wie für die klinische Versorgung in diesem Bereich. Migration ist seit jeher etwas Selbstverständliches und Natürliches. Sie kann aber auch schiefgehen. Was machen Flucht und Migration mit der Gesundheit? Dieser Frage muss sich das deutsche Gesundheitssystem stellen. Weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Menschenrechtsverletzungen. Das stellt auch in Deutschland die medizinische Versorgung vor Probleme. Insbesondere die Psychiatrie steht hier vor neuen Aufgaben. Eine überraschende Erkenntnis ist, dass die Zeit nach der Flucht oder Migration, also nach dem Ankommen im neuen Land, für den einzelnen Menschen bedeutsamer ist als die Phase vor der Migration. Der Prozess ist nicht mit der Ankunft in Deutschland abgeschlossen. Selbst wenn jemand die deutsche Sprache spricht, heißt das trotzdem noch nicht, dass es ihm körperlich und seelisch gut geht.

Gleichgültig welcher kultureller Zugehörigkeit: Bei der Behandlung eines Patienten sollten Vorurteile vermieden werden. Den türkischen Patienten gibt es genauso wenig, wie es den deutschen Patienten gibt. Von daher ist es hilfreich, nicht nur den Kulturkreis eines Menschen vor Augen zu haben, sondern das Subjekt – also den einzelnen Menschen - zu sehen, sich für dessen kulturelle Identität zu interessieren und ihn in seiner Gesamtheit zum Ausgangspunkt wissenschaftlicher Betrachtungen und klinischen Handelns zu machen.

--- Achtung, geänderter Hörsaal ---

Mittwoch, 20. März 2019, 18.30 Uhr s.t.
Hörsaal G der MHH (Gebäude J1, Ebene H0, Raum 1130)

Wie immer ist jede(r) herzlich willkommen und der Eintritt kostenlos.

Fortbildungspunkte bei der äkn sind beantragt.