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Janine Dennda

Janine Dennda studiert seit 2007 an der Medizinischen Hochschule Hannover und absolvierte ihr Praktisches Jahr im Friederikenstift und am Klinikum Siloah. Aufmerksame Leser werden sie bereits aus unserer neuen Broschüre kennen, in der wir sie stellvertretend für die Gruppe der Studierenden und Jungabsolventinnen und -absolventen vorstellten. Derzeit lernt sie für das Examen, um Ende 2013 ihr Medizinstudium abzuschließen.

 

 

 

Warum haben Sie damals Ihr Studium an der MHH begonnen?

Die MHH hat einen sehr guten Ruf, vor allem als bundesweit größtes Transplantationszentrum. Für Studierende gibt es hier viele Möglichkeiten, sich zu entwickeln, besonders durch den Modellstudiengang HannibaL. Außerdem liegt Hannover in der Nähe meines Heimatortes, was mir zum Zeitpunkt meines Studienbeginns sehr wichtig war.

 

Fällt Ihnen eine Anekdote oder ein Moment ein, den Sie besonders mit Ihrem Studium verbinden?

Der Geruch, wenn man das erste Mal in den Anatomiesaal kommt ist… speziell. Ein Kommilitone drückte es recht malerisch aus und meinte: Es riecht nach Erdbeerfeld (lacht), aber das ist schon sehr geschönt. In jedem Fall ist es eine sehr spannende und aufregende Sache, wenn man zum ersten Mal mit einem echten menschlichen Körper zur Sektion konfrontiert wird.

 

Wie lange hat es gedauert, bis Sie sich in den Gängen der MHH zurechtgefunden haben?

Relativ lange. Die ersten Jahre war ich fast nur im vorklinischen Lehrgebäude, und als wir dann in den Klinikbetrieb kamen, waren wir völlig orientierungslos. Wir sind durch die Gänge geirrt auf der Suche nach dem richtigen Seminarraum und landeten in den Katakomben der MHH!

 

Sie lernen gerade fürs Examen. Gibt es einen Lieblingsplatz in der MHH oder auch sonstwo, wo das am besten geht?

Es gibt ja viele Kommilitonen, die die Atmosphäre in der Bibliothek vorziehen, aber ich lerne tatsächlich am besten zu Hause. Dort habe ich viel Ruhe und wenig Ablenkung. 

 

Wenn Sie noch einmal von vorne beginnen könnten, würden Sie wieder Medizin studieren? Würden Sie sich auch wieder für die MHH entscheiden?

Ja, ich würde wieder Medizin studieren und auch wieder an der MHH. Das Studium gefällt mir und auch die Hochschule ist gut.

 

Sie haben mit Turniertanz und Westernreiten zwei zeitaufwändige Hobbies. Wie bekommen Sie das mit Ihrem Studium unter einen Hut?

Beim Tanzen habe ich feste Termine, sodass ich die Woche gut planen kann. Westernreiten mache ich zwischendurch zur Entspannung und als Ablenkung. Man muss sich diese Freiräume schaffen und beim Lernen auch mal Fünfe gerade sein lassen. Notfalls schiebt man eine Nachtschicht, da kann man sich gleich ein bisschen an den Berufsalltag gewöhnen (lacht).

 

Waren Sie beim Tanzen oder Westernreiten schon mal als Ärztin gefordert?

Wenn die Kollegen sich den Fuß verstauchen oder der Kreislauf nicht mehr mitmacht, wird schon erst mal nach mir gerufen. Auch Pflaster auf blutige Zehen aufkleben ist mein „Job“. Aber etwas richtig Dramatisches kam zum Glück bisher noch nicht vor.

 

Gibt es eine Arztserie, die Sie regelmäßig gucken? Oder bleibt dazu neben Studium und Hobbys ohnehin keine Zeit?

Doch, doch! Am liebsten schaue ich Dr. House, weil man bei der Serie tatsächlich diagnostische Schritte nachvollziehen und auch selbst ein bisschen Detektiv spielen kann. Außerdem ist sie richtig gut recherchiert.

 

Sie haben ihr Praktisches Jahr vor allem in der Anästhesie und Chirurgie absolviert. Haben Sie sich durch das Studium gut auf den Klinikalltag vorbereitet gefühlt?

Theoretisch und ihm Umgang mit Patienten fühlte ich mich gut vorbereitet, aber den Ablauf der alltäglichen Stationsarbeit lernt man natürlich erst bei der praktischen Arbeit kennen.

 

Wie kommen Sie als Frau in der „Männerdomäne“ Chirurgie zurecht? Gab oder gibt es Probleme?

Es ist ambivalent: Einerseits ist es manchmal komisch, fast nur von Männern umgeben zu sein. Andererseits ist es ein unkomplizierteres Arbeitsklima. Aber in erster Linie ist es ein Job, in dem nicht Geschlecht und Aussehen, sondern allein die eigenen Fähigkeiten zählen sollten.

 

Was für Pläne haben Sie nach ihrem PJ/Examen? Wie soll es weitergehen?

Arbeiten! Nach dem Examen werde ich mich bewerben. Arbeiten möchte ich am liebsten in der Chirurgie, da mich die Komplexität der Fälle nach wie vor begeistert. Sollte das wieder Erwarten nicht klappen, kann ich mir auch vorstellen, in einem anderen Fachgebiet zu arbeiten, wie zum Beispiel Anästhesie. Welche Stadt es wird, ist allerdings noch völlig offen. Da bin ich bisher sehr unentschlossen. Heute will ich nach Braunschweig, morgen möchte ich vielleicht in Hannover bleiben und übermorgen ins Ausland. Es soll auf jeden Fall ein großes Haus werden mit einem breiten Tätigkeitsfeld. Eine Uniklinik kann, muss es aber nicht sein.

 

Dann sind wir gespannt, wie es mit Ihnen weitergeht. Viel Erfolg und herzlichen Dank für das Gespräch!

(Das Gespräch führten Sarah Novak und Paulina Gennermann, Praktikantinnen der MHH-Pressestelle.)

So sieht es übrigens aus, wenn die Fotografin der Pressestelle im Urlaub ist: Die Mäuse tanzen auf dem Tisch und die Kamera macht, was sie will. (Fotos: Sarah Novak; sie hat alles gegeben...)