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Genetik im medizinischen Alltag 14. Juni 2017  |  Die MHH im Gespräch

Die Genetik ist inzwischen im medizinischen Alltag angekommen und wird sowohl in der Diagnostik als auch in der Behandlung eingesetzt. Frau Prof. Dr. Schlegelberger, Direktorin des Instituts für Humangenetik (MHH), erläutert nicht nur die medizinischen Möglichkeiten, sondern geht auch auf die damit verbundenen ethischen Fragestellungen ein.

Prof. Dr. Brigitte Schlegelberger (Foto: Kaiser, MHH)

In unserem Genom befindet sich verschlüsselt die genetische Information für viele verschiedene Merkmale und Funktionen des Körpers. Jeder Mensch trägt dabei Veränderungen in seinem genetischen Erbgut. Manche (Norm-)Varianten sind für Unterschiede im Erscheinungsbild wie die Körpergröße, die Augen- oder Haarfarbe verantwortlich. Andere Varianten sind die Ursache für Erbkrankheiten oder für Krebs. Als Querschnittsfach arbeitet die Humangenetik mit vielen anderen medizinischen Disziplinen zusammen um genetische Erkrankungen aufzuklären und Vorsorgestrategien anzubieten. Die genetische Diagnosestellung kann dabei helfen eine gezielte Behandlungsstrategie für genetische Erkrankungen  zu entwickeln.

Durch neue Methoden in der Sequenzierung des Erbguts lassen sich heute ganze Genome mit vertretbarem Aufwand entschlüsseln. Damit lassen sich die Varianten im Erbgut identifizieren, die eine Erkrankung auslösen. Neben bekannten Varianten lassen sich so auch neue krankheitsverursachende Veränderungen entdecken. Dieser Ansatz wird weltweit mit großem Erfolg verfolgt. Frau Prof. Brigitte Schlegelberger, Direktorin des Instituts für Humangenetik (MHH), erklärt in ihrem Vortrag welche Möglichkeiten zur Diagnostik und Behandlung von Erbkrankheiten bereits bestehen.

Eine revolutionäre Methode zur Behandlung von genetisch bedingten Erkrankungen sind die neuen Genscheren, das sogenannte Genome Editing. Mit dieser Technik verbindet sich die Hoffnung, genetisch bedingte Erkrankungen in Zukunft zu heilen. Es lassen sich Krankheits-assoziierte Varianten im menschlichen Erbgut gezielt herausschneiden und durch die korrekte Sequenz ersetzen. Mit Blick auf die Möglichkeiten, die durch die Genkorrektur – auch in Verbindung mit der Regenerativen Medizin - entstehen, wird Frau Prof. Schlegelberger auch die ethischen Dimensionen von somatischen und Keimbahn-Gentherapien diskutieren. 

Im Anschluss gibt es in lockerer Atmosphäre Gelegenheit für Fragen und weitere Diskussion.

"Patientenorientiert und interdisziplinär: Genetik im medizinischen Alltag"
Mittwoch, 14. Juni 2017, 18.30 Uhr s.t.
Hörsaal N der MHH

Gebäude J1, Ebene 01, Raum 1120

Wie immer ist jede(r) herzlich willkommen und der Eintritt kostenlos. CME-Punkte wurden bei der äkn beantragt.