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Delirprävention im Krankenhaus 26. April 2017  |  Die MHH im Gespräch

Ein Krankenhausaufenthalt löst bei älteren Menschen nicht selten ein Delir aus. Da eine solche Funktionsstörung des Gehirns schwer behandelbar ist, gilt es zu verhindern, dass es überhaupt erst zum Delir kommt. Dr. Kreisel (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie / Bethel) berichtet beim nächsten Termin unserer Reihe "Die MHH im Gespräch", wie es geht.

Dr. Stefan Kreisel, ärztlicher Leiter der Abteilung für Gerontopsychiatrie am Evangelischen Klinikum Bethel

Bei einem „Altersdelir“ kommt es zu einer akuten, häufig fluktuierenden Funktionsstörung des Gehirns. Kognitive Störungen, Störungen der Vigilanz, Halluzinationen und Wahnvorstellungen, aber auch psychomotorische Symptome wie erhebliche Unruhe oder ebenso Zustände mit deutlich reduzierter Motorik treten auf. Besonders häufig findet man das Delir im Kontext einer Krankenhausbehandlung als Komorbidität vor. Heute noch immer gebräuchliche Begriffe wie z.B. „Durchgangssyndrom“ verharmlosen das Krankheitsbild, da sie der hohen Komplikationsrate nicht gerecht werden.

Trotz unterschiedlicher Therapiemodalitäten zeigt sich das Delir bis heute als schwer behandelbar. Um die Komplikationen - weitere Morbidität und Mortalität - zu verhindern, bleibt nur die Möglichkeit, die Entstehung des Delirs zu unterbinden. Die Delirprävention im Setting des Krankenhauses hat sich als effektiv dargestellt und ist in verschiedenen Institutionen etabliert; die Prävention folgt dabei einem multimodalen Ansatz, das heißt, Patienten werden durch geschultes Personal vor delirogenen Noxen (z.B. inadäquate Medikation, Lärm) geschützt sowie in ihrer Orientierung, ihrem Schlafverhalten etc. unterstützt.

Dr. Kreisel, ärztlicher Leiter der Abteilung für Gerontopsychiatrie an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Evangelischen Klinikums Bethel, hat mit seinem Team ein im amerikanischen Kontext erfolgreiches Delirpräventionsprogramm – das Hospital Elder Life Program (HELP) – unter Berücksichtigung des deutschen Krankenhaus-Settings weiterentwickelt und implementiert es abteilungsübergreifend in den somatischen Kliniken seines Hauses. An diesem Abend wird er uns die Komplexität des Syndroms sowie dessen Prävention vorstellen. Anschließend  wird es wieder in lockerer Atmosphäre Gelegenheit zu Fragen und Diskussion geben.

Mittwoch, 26. April 2017, 18.30 Uhr s.t.
Hörsaal N der MHH
Gebäude J1, Ebene 01, Raum 1120

Wie immer ist jede(r) herzlich willkommen und der Eintritt kostenlos. Die Veranstaltung wurde mit 2 CME-Punkten der äkn bewertet.